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Künstliche Paradiese Der aus Madrid gebürtige Künstler José Manuel Ballester (*1960) ist ein Meister im Jonglieren mit Beton und Eisen, Licht und Raum. Dezent in getöntes Licht getaucht, werden seine Szenerien in grafische Konstrukte transformiert, die die Grenze zwischen Fotografischem und Malerischem aufheben. Ob Theater, Fabrik oder Wohnhaus, Ballesters im Entstehen begriffene Architekturen sind Reflexionen über Abwesenheit und das Fortschreiten der Zeit. Struktur, Farbigkeit und Beleuchtung gehen dabei eine Symbiose ein, um den Begriff ästhetischer Leere neu zu definieren. Die selbstbewusste Verschmelzung von klassisch-abstrakter Moderne und überaus aktuellen Strömungen in Architektur und Fotografie ist für den spanischen Shootingstar ebenso wenig ein Widerspruch wie die Erzeugung von Romantik durch unterkühlte Präzision. Erscheinen die Bezüge, Motive und Medien Ballesters auch noch so disparat, am Ende steht immer ein faszinierend geschlossenes Bild von großer Schlichtheit. Für ihn sind artifiziell erzeugte Räume „wie die Suche nach einem ‚Paradies’, nach einer wohltuenden Umgebung als Garantie für ein besseres Leben. Und daher zeigen sie zugleich immer die Tugenden und Defizite der Gesellschaft auf, die für ihre Produktion verantwortlich ist.“ Genauer lässt sich die Spannung, die Ballester der Architektur entlehnt und in die zweite Dimension überträgt, kaum formulieren. Dr. Boris von Brauchitsch